Content is King, Context is Queen: Nutzungskontext im Zentrum der Technischen Kommunikation

  • Presentation
  • Legal Requirements and Standards
  • 12. November
  • 02:00 PM (CET) - 02:45 PM (CET)
  • C7.2
  • Sabine Mahr

    • word b sign Sabine Mahr

Contents

 

In der Normung der Technischen Kommunikation gewinnt der Nutzungskontext von Produkten zunehmend an Bedeutung. Die Usability‑Norm ISO 9241‑11:2018 definiert ihn als Kombination von Nutzern, Zielen und Aufgaben, Umfeld und Ressourcen.

Neue Medien, regulatorische Vorgaben und der Bedarf, spezifische Nutzergruppen mit situationsgerechten Informationen zu versorgen, haben zu einer immer stärkeren Modularisierung von Inhalten und zu ihrer „semantischen Anreicherung“ durch Metadaten geführt. Dadurch werden Inhalte zum einen maschinenlesbar, zum anderen für Menschen besser zugänglich über unterschiedliche Sinneskanäle. Darüber hinaus bilden die semantisch angereicherten Informationen eine fundierte Wissensbasis für KI‑Systeme auf Basis großer Sprach­modelle.

Ausgehend von der ISO-9241-Normenreihe zur Usability über Normen für die Software-Dokumentation bis hin zu produkt­übergreifenden Normen zur Technischen Kommunikation wird der Nutzungskontext immer prominenter in der internationalen Normung. Die Präsentation zeigt diese Entwicklungen anhand einiger IEC‑ und ISO‑Normen, die derzeit erarbeitet bzw. überarbeitet werden.

 

Takeaways

Der Nutzungskontext eines Produkts als zentrales Organisationsprinzip rückt zunehmend in den Fokus der internationalen Normung der Technischen Kommunikation – sowohl in der Software-Dokumentation als auch produktübergreifend.

Prior knowledge

Grundkenntnisse in oder Interesse an Normung und Standardisierung der Technischen Kommunikation, Grundkenntnisse der Informationsentwicklung

Speaker

Sabine Mahr

  • word b sign Sabine Mahr
Biography

Sabine Mahr ist Diplom-Übersetzerin, Computerlinguistin und Technische Redakteurin und arbeitet seit 2003 als selbstständige Technische Redakteurin und Beraterin für Technische Kommunikation. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Technischen Dokumentation für Betreiber von Telekommunikations- und Versorgungsnetzen sowie auf der Beratung zu Informationsentwicklungsprozessen in diesem Bereich.

Sabine ist Convenerin der IEC/TC 3 (Documentation, graphical symbols and representations of technical information), in der die Normenreihe IEC 82079 für die Technische Kommunikation gepflegt und weiterentwickelt wird, sowie Projektleiterin in ISO/TC 37/WG 10 (Language and terminology – Technical communication).

Darüber hinaus ist Sabine aktives Mitglied in mehreren nationalen, internationalen und europäischen Normungsgremien, die sich mit digitalen Repräsentationen von Geschäftsobjekten und Prozessen befassen, z.B. zum Industrial Internet of Things (IIoT) und zum Digitalen Produktpass (DPP).

Für ein besseres Verständnis, wie vorhandenes Wissen modelliert werden sollte, um Retrieval Augmented Generation für KI-Systeme (z.B. durch Ontologien und Knowledge Graphen) zu unterstützen, begann Sabine Ende 2025 ein berufsbegleitendes Masterstudium in Angewandter Künstlicher Intelligenz.

Sabine Mahr is a graduate translator, computational linguist and technical writer and has been working as a self‑employed technical communicator and technical communication consultant since 2003. Her work focuses on technical documentation for telecommunication and utility network operators as well as on consulting on information development processes in this domain.

Sabine is convenor of IEC/TC 3 (Documentation, graphical symbols and representations of technical information), which maintains and further develops the IEC 82079 series of standards on technical communication, and project leader in ISO/TC 37/WG 10 (Language and terminology – Technical communication).

In addition, Sabine is an active member of several international and European standardization committees dealing with digital representations of business objects and processes, for example in the context of the Industrial Internet of Things (IIoT) and the Digital Product Passport (DPP).

To better understand how existing knowledge needs to be modelled so that it can support retrieval‑augmented generation in AI systems (e.g., by using ontologies and knowledge graphs), Sabine started a career‑integrated Master’s programme in Applied Artificial Intelligence in late 2025.